• Sophie Dierkes

Sich selbst finden

Selbstfindung ist ein Begriff aus der Entwicklungspsychologie. Er beschreibt einen in der Pubertät beginnenden Prozess, durch den ein Mensch versucht, sich in seinen Eigenheiten und Zielen zu definieren, vor allem in Abgrenzung von der Gesellschaft und ihren Einflüssen.

Wer bin ich? Was will ich? Wie kann ich mir sicher sein, dass ich auf dem richtigen Weg bin? Diese Frage stellen sich viele Menschen im Laufe ihrer Lebensbahn. Sei es in der Pubertät, in der Berufswahl oder zu einem Zeitpunkt, an dem man merkt, dass man dringend etwas ändern muss. Fakt ist: jeder Mensch ist individuell, jeder denkt, empfindet und handelt anders.

Selbstfindung ist kein Zustand und auch kein Ziel, sondern ein Prozess, der sich immer wieder ändern kann. Man muss lernen sich selbst zu entdecken und zu gestalten. Die Suche nach der eigenen Identität und den individuellen Bedürfnissen kann nur erfolgreich sein, wenn man die äußerern Erwartungen und Einflüsse bewusst zu  filtern und einordnen lernt. Eine Hilfe dabei können Fragen wie „Habe ich ein gutes Gefühl dabei?“ und  „Macht mich das glücklich?“ sein. Sobald man merkt, dass einen äußere Einflüsse runter ziehen und negativ beeinflussen sollte man diese so mehr oder weniger schnell loswerden.

Sei der Mensch, der du sein willst!

Es ist nicht immer einfach gegen die Erwartungen der Gesellschaft zu sein, aber möglich. Ich bin zwar erst 21 Jahre, aber ich habe früh gelernt der Mensch zu sein, der ich seien will und nicht mitzuziehen, wenn ich gegen etwas bin. Es ist nicht einfach mal aus der Reihe zu tanzen, aber es ist auch nicht besser sich den Erwartungen des Umfelds anzupassen. Die sogenannte Komfortzone ist zwar bequem, steht der Selbstfindung jedoch häufig im Wege. Schließlich bewegt man sich dabei nur innerhalb selbst festgelegter Grenzen. Was alles in einem steckt, was man wirklich will, erfahren die wenigsten in diesem „gemütlichen Gefängnis“.

Wie finde ich mich selbst?

Man muss sich klar machen, was man für ein Mensch seien will, indem man sich selbst ausprobiert. Um sich selbst zu finden, muss man wie eben schon erwähnt aus der Komfortzone herauskommen. Man muss neue Dinge ausprobieren, Dinge reflektieren und Dinge wagen. Meine Eltern haben mir immer gesagt „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“ und so ist es auch.  Manchmal dauert dieser Prozess. Dieser wird auch oft durch Schicksale, die einem passieren eingeleitet. Sei es eine Trennung, ein Verlust durch den Tod oder einfach ein anderer Schicksalsschlag – man fängt an mehr nachzudenken und zu hinterfragen.

Mein Empfinden

Selbstfindung bedeutet für mich, dass man die Chance bekommt, das Leben ganz nach den eigenen Vorstellungen zu führen. Erst in dem Moment in dem man herausfindet, wofür man brennt und was einen selbst wirklich antreibt, kann man sich von Fremdbestimmung lösen und damit beginnen ein freies, selbstbestimmtes Leben zu führen. Sei es im Alltag, im Job oder im Reitsport – man sollte nur Dinge tun, die man mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

Ich hatte selbst eine Phase in der ich total unzufrieden war mit dem, was ich tat. Gerade während meinen 2 Semstern in denen ich studiert habe, habe ich realisiert, wie wichtig es ist das zu tun, woran man Spaß hat und woran man wachsen kann. Diese Unzufriedenheit hatte sich aber nicht nur auf den Bereich Karriere/Beruf/ Studium festgelegt, sondern hat sich auf meine ganze Art zu Denken übertragen. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich etwas verändern muss und ab dem Zeitpunkt hat sich das alles verändert. Auch dieses „Hinterfragen“ kann man auf den Reitsport anwenden. Gerade, wenn etwas nicht funktioniert, sollte man über neue Alternativen nachdenken. Sei es ein Trainerwechsel, andere Methoden etc.

Selbstfindung ist für mich nichts Theoretisches was im Kopf geschieht -vielmehr kommt es darauf an, mutig zu sein, an sich selbst zu glauben Dinge auszuprobieren und zu hinterfragen. Jeder Mensch ist individuell und auf seine eigene Art und Weise etwas ganz besonderes.