• Sophie Dierkes

Der perfekte Sitz

„Der Kopf sollte locker getragen werden, der Blick geht geradeaus mit Blickrichtung zwischen den Ohren des Pferdes. Die Schultern sollten locker nach hinten unten fallen, die Oberarme sind senkrecht, so dass sich die Ellbogen angewinkelt neben dem Oberkörper befinden und sie Unterarme parallel nach vorne zeigen. Die Hände müssen ruhig getragen werden, die konstante Verbindung über die Zügel zum Pferdemaul erhalten und mit den Kopfbewegungen des Pferdes mitgehen (z.B. Nickbewegung im Schritt). Dafür müssen die Handgelenke (wie alle anderen Gelenke) locker sein. Der Oberkörper ist aufgerichtet und muss eine gewisse Spannung, nicht aber Verspannungen, haben. Die Wirbelsäule soll ihre natürliche doppelte S-Form behalten und darf auch nicht seitlich gekrümmt sein, damit sich das Gewicht des Reiters gleichmäßig verteilt und die gesamte Wirbelsäule mit der Bewegung des Pferds mitschwingen kann. Die Wirbelsäule funktioniert in der richtigen Haltung sozusagen wie eine Feder, die Stöße abdämpft.Das Becken ist das Fundament des ausbalancierten, stabilen Sitzes. Es sollte senkrecht stehen oder leicht nach hinten kippen, so dass man auf den Gesäßknochen sitzt und auf beiden gleich viel Gewicht lastet. Die Hüftgelenke müssen losgelassen sein, damit das Bein aus ihnen heraus locker und lang hängt. Die Oberschenkel werden leicht nach innengedreht, so dass sie mit der Innenseite am Sattel anliegen und die Knie nach vorne zeigen. Ein guter Knieschluss ist wichtig, das heißt die Knie liegen locker am Sattel an, ohne dass der Reiter sich mit den Knien festklammert. Durch die leichte Innendrehung der Oberschenkel liegen auch die Waden mit der Innenseite am Pferd an, die Füße zeigen mit den Zehenspitzen nach vorne und der Absatz federt aus den Sprunggelenken locker nach hinten unten. Der Reiter sitzt gut geerdet mit einer positiven Körperspannung im Sattel seines Pferdes, jedoch nicht verklemmt.“

Quelle: www.reitersitz.blogspot.com 

So wird ein perfekter Sitz beschrieben. Leider hat keiner von uns Reitern einen perfekten Sitz, denn wir sind keine Puppen, die täglich gleich sind. Wir haben alle mal schlechte und gute Tage. Um unseren Sitz zu verbessern kann man sehr viele Übungen machen um ein besseres Körpergefühl und Gleichgewicht zu bekommen. Die Sitzlonge ist dabei nur ein kleiner Teil. „Was auf dem Boden nicht klappt, geht auch nicht auf dem Pferd!“. Yoga, Pilates und Dehnübungen sind gute Dinge auch was für den Sitz auf dem Pferd zu tun. Das habe ich auch gelernt. Das Pferd fühlen und spüren – nicht einfach nur drauf sitzen. Sitzlonge und Übungen auf dem Boden zur Verbesserung des Sitzes sind momentan mindestens einmal die Woche bei uns auf dem Programm. Es macht mir unheimlich Spaß neue Sachen zu lernen und mein Sitz hat sich auch schon wieder verbessert.

Ohne einen soliden Grundsitz klappt keine einzige Lektion. Wie denn auch? Wenn der Reiter nicht in der Lage ist die richtigen Hilfen zu geben? Oft muss man auch die Fehler an sich suchen und nicht nur an dem Pferd. Vielleicht macht das Pferd nur das, was der Reiter da oben „befiehlt“ und wenn der Befehl falsch ist, dann macht das Pferd auch das Falsche.